Leitartikel: Gehirn, Bewusstsein und Geist
Von Siegfried Woitinas
»Das 21. Jahrhundert wird das Jahrhundert des Geistes sein und das Tor für ein tieferes Verständnis des Geistes der Menschheit öffnen.«
Nick Begich, »Bewusstsein und Gedankenkontrolle«, 2007
Folgt nach der Entdeckung der Atomenergie, mit dem Griff nach der Materie – und der Gentechnik, mit dem Griff nach dem Leben – jetzt der Griff nach dem menschlichen Bewusstsein, d.h. nach dem menschlichen Geist?
Die Anwendung von brisanten Forschungsergebnissen ist bereits in vollem Gange. Nicht nur spezielle chemische Mittel, sondern auch immer verfeinertere Geräte auf Basis verschiedener Energieformen, z.B. gepulste Schwingungen, ermöglichen schon heute eine gesteigerte Gehirn- und Intelligenzleistung sowie deren Kontrolle! – Doch jetzt sollen vielfältige Forschungsergebnisse und praktische Erfahrungen auch noch global gebündelt werden mit dem konkreten Ziel, am Ende des Jahrzehntes praktischen Nutzen zu bringen. Aber ist die Optimierung des Gehirns auch gleichbedeutend mit der Entwicklung des menschlichen Geistes und dem als Persönlichkeitskern erlebten »Ich«?
Worin bestehen die Beziehungen und Wechselwirkungen? Wo liegen die Möglichkeiten einerseits, und wo die kaum überschaubaren Gefahren andererseits? Allein die Forschungsfragen wie auch die Anwendungsergebnisse erweisen sich abhängig von dem jeweiligen Menschenbild des Forschers. Das beginnende Jahrzehnt wird mehr denn je zu einem Kampf um die menschliche Persönlichkeit als einem sich selbst souverän behauptenden Wesen. Werden soziale Bedingungen geschaffen für den Menschen als schöpferischer Mitgestalter seines eigenen Lebensraumes, oder wird er der wissenschaftlich optimierte, ferngesteuerte und nützliche Sklave eines industrialisierten Kultur- und Wirtschaftslebens? Die Ergebnisse dieser Forschungsanstrengungen, die unter amerikanischer Führung (!) weltweit vernetzt und auch finanziell gefördert werden, sollen am Ende dieses Jahrzehntes nutzbar zur Verfügung stehen.
Allein die Frage: Ist Gehirnfunktion, Bewusstsein, Geist mit dem menschlichen »Ich« identisch und gleichzusetzen? Welche Ergebnisse sind vielleicht bereits vorprogrammiert, wenn von vornherein die Eigenständigkeit des menschlichen Geistes geleugnet wird? Zu welcher Lebenspraxis und zu welchen sozialen Strukturen werden die konkurrierenden Welt- und Menschenbilder am Ende dieses konkreten Zeitraumes führen? Nicht die unbefangene Wahrheitssuche steht bisher im Vordergrund, sondern Nützlichkeitsdenken, Macht und einseitiges Gewinnstreben. Zielgruppe: Der Mensch als Ware. »Humankapital«?
Wünschenswert wäre eine Forschungsgesinnung, welche sich allein der Suche nach der Wahrheit und dem Wesen des Menschen verpflichtet fühlt und wo alle Erkenntnisrichtungen in einem weltweiten fairen Austausch zur Geltung kommen. Materiell sowie spirituell orientiert. Letztere gibt es heute bereits in einer unübersehbaren Fülle, wenn auch meistens nicht in anerkannten akademischen Positionen. Waren aber nicht in allen Perioden der Wissenschaftsgeschichte die Erneuerer und Pioniere erst einmal verfehmt und bekämpft? Doch geht es heute nicht nur um Wissenschaft allgemein, sondern ganz konkret und direkt um den Menschen, d.h. uns selbst! Noch konkreter gefragt: Werden die Ergebnisse dieser gebündelten Forschungen dazu führen, in einer Zeit der wachsenden gesellschaftlichen Umbrüche und Krisen die Menschmassen zu kontrollieren und zu beherrschen sowie seine »optimierten« Fähigkeiten besser ausnutzen zu können? Oder: Werden die gewonnenen Erkenntnisse sich ergänzen, um die biologischen Grundlagen des Menschen so zu verstehen, dass er aus seiner einmaligen Individualität, d.h. aus seinem »Ich«, sein schöpferisches Potenzial handhaben lernt?
Im Januar 2009 trafen sich in Albuquerque (New Mexico) in einer Vorbereitungskonferenz zahlreiche internationale Vertreter der Neurowissenschaften, um das »Jahrzehnt des Bewusstseins« vorzubereiten und auszurufen.
Große Chancen zu bahnbrechenden Ergebnissen einerseits sowie kaum überschaubare Gefahren andererseits auf dem Hintergrund machtpolitischer Interessen sind schon jetzt sichtbar geworden. Doch nicht nur die chemische Industrie hat bereits eine ganze Palette verführerischer Mittel zur Verfügung. Nach dem Körperdoping folgt jetzt schon das Gehirndoping in wachsendem Umfang. In einem ausführlichen Artikel berichtete der Spiegel 44/2009 über »Turbo fürs Gehirn«.
Auch der direkte Eingriff in das Bewusstsein und damit auf den Geist ist heute dank geheimer militärischer Forschungsprojekte mit diversen energetischen Mitteln und Apparaten möglich. Der renommierte Forscher Dr. Nick Begich fasst in seinem 2007 erschienenen Buch die durch Jahrzehnte gehenden Untersuchungen zusammen: »Bewusstseins- und Gedankenkontrolle«1
Doch parallel zu diesen Forschungsrichtungen entwickeln immer mehr Menschen ihr eigenes wahres geistiges Potenzial und entdecken durch ihre spirituellen Fähigkeiten Kräfte und Welten, die über die physisch materielle Wahrnehmung hinausgehen, aber in die materielle Welt hineinwirken! Diese spirituellen Erfahrungen zeigen sich bei vorurteilsfreier Betrachtung nicht nur als Ergänzung, sondern sogar als Erklärung mancher naturwissenschaftlich entdeckter Phänomene.
Die über das Bewusstsein des Menschen gewonnenen Erkenntnisse werden »eine größere Sprengkraft« für unser Leben haben »als die Atombombe«. Das sagte Prof. Roland Benedikter, als einer der Hauptredner in Albuquerque 2009 mit Blick auf das jetzt gestartete Projekt »Das Jahrzehnt des Bewusstseins«.2
Siegfried Woitinas
1 Michaelsverlag
2 Bericht über die große Vorbereitungskonferenz in: Rundbrief »Sozialimpulse « Nr. 3, 2009, Initiative Netzwerk Dreigliederung